Erzbistum der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa -Moskauer Patriarchat

Unser Patriarch - Seine Heiligkeit Patriarch Kyrill von Moskau und ganz Russland
Unser Patriarch - Seine Heiligkeit Patriarch Kyrill von Moskau und ganz Russland
Unser Erzbischof - Seine Eminenz Metropolit Johannes von Dubna, Erzbischof der Orthodoxen Gemeinden Russischer Tradition in Westeuropa - Moskauer Patriarchat
Unser Erzbischof - Seine Eminenz Metropolit Johannes von Dubna, Erzbischof der Orthodoxen Gemeinden Russischer Tradition in Westeuropa - Moskauer Patriarchat

 

Kommuniqué - Ordentliche und Außerordentliche Generalversammlung des Erzbistums der Orthodoxen Gemeinden Russischer Tradition in Westeuropa

 

Am 24. / 25. Januar 2020 wurden die Ordentliche und die Außerordentliche Generalversammlung des Erzbistums in den Räumlichkeiten des Instituts St. Serge in Paris unter dem Vorsitz seiner Eminenz Metropolit Johannes abgehalten. Trotz der schwierigen Verkehrsverhältnisse konnten 133 Delegierte von den 181 Wahlberechtigten (also 75 %) an den Arbeitssitzungen teilnehmen. Am ersten Arbeitstag hörten die Delegierten der Ordentlichen Generalversammlung nach der Göttlichen Liturgie die Tätigkeitsberichte von Metropolit Johannes von Dubna und des Sekretärs des Diözesanrats, sowie des Schatzmeisters und der Kontrollkommission. Schatzmeister und Kontrollkommission wurden im Anschluss von den Delegierten einstimmig entlastet.

 

Danach standen folgende Tagesordnungspunkte an :

 

- die ergänzende Zuwahl einiger Mitglieder des Rats der Erzdiözese und die Wahl in die Kontrollkommission ;

 

- die Wahl von zwei Auxiliarbischöfen : - Archimandrit Syméon, Vorsteher des Klosters Saint Silouane bei Le Mans,

 

- Igumen Elisée, Rektor der Gemeinde „de la Sainte Trinité“ (Krypta der Kathedrale des hl. Alexander Newski in Paris).

 

Diese Wahl bekräftigten alle mit einem entschiedenen Axios und einem ebenso entschiedenen « Mnogaya leta ».

 

Am zweiten Arbeitstag konnte die Außerordentliche Generalversammlung mit einer Mehrheit von 94 % der abgegebenen Stimmen die notwendig gewordenen Änderungen der Statuten approbieren. Diese Änderungen passen den Text der Statuten der „Gramota“ an, die seiner Eminenz Metropolit Johannes von seiner Heiligkeit Patriarch Kyrill von Moskau am 3. November 2019 überreicht wurde.

 

Die Arbeitssitzungen fanden in einer Atmosphäre großen gegenseitigen Respekts und Wohlwollens statt. Sie fanden ihren Abschluss in einem eindringlichen Aufruf von Metropolit Johannes, unsere Gemeinden in katechetische Orte der Gastfreundschaft umzuwandeln, wo jeder Mensch, besonders aber neu Dazugekommene, aufgenommen wird im Bewußtsein, dass wir in ihm Christus begegnen.

 

 

Archdiocese of Orthodox Churches of Russian Tradition in Western Europe elects two vicar bishops

 

 

 

 

On January 24th, 2020, the Western European Archdiocese held its first General Assembly after its reunification with the Russian Orthodox Church on November last year.

 

 

 

The meeting was held at the St. Serge Orthodox Theological Institute in Paris under the chairmanship of His Eminence Metropolitan John of Dubna.

 

 

 

According to the communiqué published on the Archdiocese’s official site, 133 of the 181 registered delegates participated in the meeting, electing two new vicar bishops:

 

 

 

1.: Archimandrite Syméon (Cossec), the abbot of the Monastery of St. Silouan in Saint-Mars-de-Locquenay, France.

 

 

 

2.: Igumen Elisée (Germain), the rector of the parish of the Holy Trinity in the crypt of the St. Alexander Nevsky Cathedral in Paris.

 

 

 

The elections were met with a fervent “Axios!” and the singing of “Many years!”

 

 

 

 

Moskau-Reise
der Delegation des Erzbistums vom
1. bis 5. November 2019

 

 

Eine Delegation von 105 Klerikern und Laien aus den Ländern Frankreich, Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Italien, Schweden und Großbritannien begleitete Erzbischof Johannes nach Moskau.

 

Das Patriarchat kümmerte sich um die Visa-Formalitäten und die gesamte Logistik auf russischem Boden, besonders auch um die Personentransporte und das Hotel, in dem fast die gesamte Delegation aus Westeuropa wohnen konnte. Diese Logistik wurde durch die Mitarbeiter von Metropolit Antonij von Chersonèse und Bischof Savva von Zelenograd, sowie ehrenamtlich Tätige aus den Pfarreien übernommen. Die Koordination besorgen sehr zuvorkommend und effizient Mönchsdiakon Micha (Sorret) und Andrej Brilkov.

 

Die Flugzeugtickets und die abschließenden Visa-Formalitäten fielen in unsere Zuständigkeit. Einige administrative Missverständnisse in Konsulaten führten zu Beunruhigungen, wobei sich alles im Wesentlichen arrangieren ließ. Seitens des Erzbistums lag die Koordination in den effizienten und nicht weniger zuvorkommend agierenden Händen – eine als sehr angenehm empfundene Situation – von Matthieu Jurconi unter der Federführung von Vater Jean Gueit.

 

Die Aufforderung, eine Flasche Wein als Geschenk an unsere Gastgeber mitzubringen, wurde freudig begrüßt und von den meisten Mitgliedern der Delegation auch umgesetzt – zur großen Freude der davon Profitierenden.

 

Während des gesamten Aufenthalts wurde die Delegation des Erzbistums immer sehr herzlich zu den Gottesdiensten und den Besuchen empfangen. Erzbischof Johannes war ununterbrochen umgeben von gleichrangigen Gesprächspartnern; Metropolit Antonij und Bischof Savva begleiteten ihn die meiste Zeit über.

 

Unsere Delegation umgaben ebenfalls ununterbrochen Journalisten und Reportagen wurden täglich ausgestrahlt auf den Kanälen des russischen Fernsehens, wie auch im Internet, vor allem auf der Seite des Moskauer Patriarchats. Gemäß unserem Wissensstand hat die russische Presse vor allem auf informative Weise berichtet über den Hintergrund und den Ablauf dieses Besuchs.

 

Trotzdem war zu bedauern, dass Personen zur Delegation unseres Erzbistums gehörten, die in noch nicht ferner Vergangenheit ihre ausgesprochene Abneigung gegen das Erzbistums kundgetan hatten, aber doch sehr präsent waren vor den Kameras. Andere Personen, die nicht zum Erzbistum gehören, versuchten vehement, sich in die Delegation einzugliedern, und mussten auf Abstand gehalten werden.

 

Die verschiedenen Fahrten zwischen den besuchten Orten gaben Anlass zu sehr fruchtbaren Gesprächen mit unseren Gastgebern, die uns viele Fragen stellten zu unserer Geschichte, zu unserm Leben und zu unseren Lebensgewohnheiten.

 

Das offizielle Programm fand in der Hauptsache an drei Tagen statt, am 2., 3. und 4. November. Es war ausgearbeitet worden in Hinblick auf die Geschichte des Erzbistums, vor allem was den Besuch im Donskoi-Kloster angeht, wo die Reliquien des heiligen Patriarchen Tichon ruhen, sowie den des Diözesanhauses, in dem das Konzil von Moskau der Jahre 1917-1918 stattfand. Den Mitgliedern der Delegation des Erzbistums wurde gestattet, an allen besuchten Orten zu fotografieren.

 

Freitag, 1. November: Ankunft der Mitglieder der Delegation

 

Erzbischof Johannes landete abends am Flughafen Scheremetevo in Begleitung der Väter Jean Gueit und Anatole Rakovitch, sowie etwa 15 weiteren Personen. Er wurde am Flughafen durch die Vertreter des Patriarchats, insbesondere Metropolit Antonij, Bischof Savva und Erzpriester Nikolaj Balachov, sowie Vertreter der örtlichen Behörden empfangen im Beisein der Presse.

 

Die meisten anderen Teilnehmer kamen am gleichen Tag in der russischen Hauptstadt an und wurden sämtlich bei ihrer Ankunft willkommen geheißen und ins Hotel des Danilov-Klosters gebracht, wo die Delegation untergebracht war.

Samstag, 2. November: Donskoi-Kloster, Dreieinheits-Sergius-Lavra und das Diözesanhaus, in dem das Konzil von Moskau 1917-1918 stattfand

 

Nach dem Frühstück verließen wir das Hotel, um zuerst zum Donskoi-Kloster zu fahren, in dem die Reliquien des heiligen Patriarchen Tichon ruhen. Wir wurden empfangen vom Prior (наместник), Bischof Thomas von Bronnitsy.

 

Mitglieder des Chores unserer Alexander-Newski-Kathedrale, die zur Delegation gehörten, sangen einen Velicanie-Gesang, während wir die Reliquien verehrten.

 

Für viele von uns war das ein sehr berührendes Ereignis. Der heilige Patriarch Tichon, den wir als Gründer unseres Erzbistums ansehen dürfen, wird in der russischen Emigration sehr geschätzt, vor allem auch in der „Weißen“ Emigration. Bischof Thomas rief uns in Erinnerung, dass seine Reliquien wunderbarerweise aufgefunden wurden dank eines Brandes im Jahre 1992, der zum Teil die kleine Hauptkirche des Donskoi-Klosters zerstört hat. In ihr war der hl. Tichon im Jahr 1925 bestattet worden, bis er in die große Hauptkirche überführt werden konnten, wo die Reliquien heute verehrt werden können. Bischof Thomas schenkte Erzbischof Johannes eine große Ikone des heiligen Patriarchen Tichon für die Kathedrale des hl. Alexander Newski.

 

Jeder von uns erhielt von unseren Gastgebern ebenfalls eine Ikone der Gottesmutter vom Don oder des hl. Tichon als Erinnerung an diese Begegnung.

 

Im Anschluss daran fuhren wir zur Dreieinheits-Sergius-Lavra, wobei die Fahrt aufgrund der Straßenarbeiten mit zahlreichen Staus recht lange dauerte. Gegen Ende des Vormittags kamen wir an und begaben uns direkt zur Hauptkirche der Dreieinheit, die zu dieser Gelegenheit für uns reserviert worden war. Sie ist eines der ältesten historischen Gebäude der Lavra und wurde um 1420 erbaut. In dieser Kirche empfangen die Mönche bis heute die Mönchstonsur.

 

Bischof Paramon, der Patriarchalvikar, feierte ein Moleben vor den Reliquien des heiligen Sergius von Radonesch, bei dem unser Chor sang. Derweil konnten die Mitglieder der Delegation die Reliquien verehren. Zwei andere Säle wurden dann für uns geöffnet: der Serapion-Saal (Cерапионова палата) und die Nikon-Kapelle (Никоновский придел).

 

Der Serapion-Saal befindet sich am Ort der Zelle des hl. Sergius und erhielt seinen Namen im Gedenken an Bischof Serapion von Novgorod, der Archimandrit der Lavra Anfang des 16. Jahrhunderts war.

 

Zahlreiche Reliquien (mehrere Hundert) werden dort aufbewahrt und wir erhielten die Möglichkeit, sie verehren zu können, wie auch diejenigen der Nikon-Kapelle, in welcher vor allem auch die Reliquien des hl. Nikon von Radonesch, eines Schülers des hl. Sergius, aufbewahrt werden.

 

Danach waren wir zu einem sehr reichen Essen eingeladen ins Refektorium der Mönche der Lavra, das uns aus diesem Anlass überlassen wurde. Nach dem Essen konnte jeder die Lavra frei erkunden, um Einkäufe zu tätigen oder einfach nur umherzugehen an diesem geistlichen Ort mit seiner geschichtsträchtigen Architektur.

 

Bei der Rückkehr nach Moskau besuchten wir zuerst das Diözesanhaus, in dem das Konzil von Moskau 1917-1918 stattfand. Das Gebäude, das in der Sowjetzeit als chemische Fabrik und dann als Filmstudio herhalten musste, wurde dem Patriarchat in den 1990er Jahren zurückgegeben. Es konnte restauriert werden und beherbergt jetzt die Orthodoxe Universität des hl. Tichon, an der Studenten und Studentinnen aufgenommen werden. Wir kamen zum Ende der Sonntagsvigil dorthin, nach deren Ende der Rektor des Instituts des hl. Tichon, Vater Vladimir Vorobiev (Владимир Воробьёв) eine herzliche Willkommensansprache hielt. Seine Sprachbehinderung durch seinen im Gulag ruinierten Unterkiefer erinnerte an eine ähnliche Behinderung unseren verstorbenen Vater Nicolas Obolensky, der im Konzentrationslager der Nazis leiden musste. In der Ansprache wurden die Bande hervorgehoben, die das Institut des hl. Tichon zum Theologischen Institut St. Serge unterhält und die Rolle der „Schule von Paris“ in Erinnerung gerufen.

Sonntag, 3. November: Liturgie in der Christus-Erlöser-Kathedrale von Moskau

 

Die Delegation begab sich eine Stunde vor der Ankunft von Erzbischof Johannes zur Christus-Erlöser-Kathedrale in Moskau; Patriarch Kyrill traf dort anderthalb Stunden später ein. Zusammen mit dem Patriarchen konzelebrierten bei der Göttlichen Liturgie 17 Bischöfe, mehr als 60 Priester und an die 10 Diakone. Beim Kleinen Einzug wurde die patriarchale und synodale Urkunde (грамота) verlesen und feierlich an Erzbischof Johannes übergeben.

 

Erzbischof Johannes von Dubna wurde im Anschluss daran zur Würde eines Metropoliten erhoben und von Patriarch Kyrill mit dem weißen Klobuk bekleidet. Den Vätern Anatole Rakovitch und Jean Gueit wurde ein Patriarchalkreuz verliehen.

 

Am Ende der Liturgie hielten zuerst Patriarch Kyrill von Moskau und ganz Rußland und im Anschluss daran Metropolit Johannes von Dubna eine Ansprache (vgl. die Anhänge 1 und 2). Patriarch Kyrill überreichte dann an Metropolit Johannes Reliquien des heiligen Patriarchen Tichon und eine große Ikone der Heiligen des Moskauer Konzils, die er dem Erzbistum zum Geschenk machte. Im gleichen Zuge erinnerte der Patriarch daran, wie wichtig das Konzil von Moskau in der Tradition unseres Erzbistums ist: « Es ist bekannt, dass seine Beschlüsse (i.e. des Konzils von Moskau) eine besondere Bedeutung im Leben der russischen kirchlichen Entität in Westeuropa besitzen, die von einem Teilnehmer dieses historischen Konzils geleitet wurde – Metropolit Evlogij seligen Andenkens, für dessen Seelenruhe wir heute gemeinsam gebetet haben. Mögen diese Gaben der Mutterkirche als Zeichen dienen für die geistliche Kontinuität und eine unerschütterliche Verbindung, deren Wiederherstellung wir heute feierlich begehen. »  Известно, что его постановления имели особое значение в жизни русского церковного удела в Западной Европе, возглавлявшегося участником этого исторического Собора приснопамятным митрополитом Евлогием, о упокоении души которого мы вместе молились сегодня. Пусть эти дары Матери-Церкви станут знамением духовного преемства и непреложной связи, возобновление которой мы торжественно празднуем сегодня »)

 

Metropolit Johannes von Dubna erhielt zudem ein Kreuz und eine Panagia. Er seinerseits übergab an Patriarch Kyrill eine Ikone Christi, die vor der Revolution angefertigt worden ist und aus dem Schatz der Alexander-Newski-Kathedrale stammt, als Geschenk.

 

Auf die Liturgie folgte ein Essen im Gebäude der Christus-Erlöser-Kathedrale von Moskau. Metropolit Juvenalij von Krutitsk und Kolomensk, der Patriarchalvikar der Moskauer Diözese (митрополит Ювеналий, Патриарший наместник Московской епархии), grüßte alle Anwesenden mit einem österlichen « Christus ist auferstanden! » voller innerer Bewegtheit und die Antwort ließ die Gewölbe des Refektoriums erzittern.

 

Ausnahmsweise waren Video- und Fotoaufnahmen während des Essens untersagt.

 

Die Delegation versammelte sich im Anschluss für ein Gruppenfoto mit Patriarch Kyrill und den russischen Würdenträgern. Dann ließ der Patriarch einem jeden eine Ikone als Geschenk überreichen - eine Kopie der kurz vorher Metropolit Johannes geschenkten Ikone der Heiligen Väter des Konzils von Moskau, auf der Rückseite mit einem Text als Erinnerung an die kanonische Eingliederung des Erzbistums in das Moskauer Patriarchat versehen.

 

Die Delegation wurde daraufhin zurück ins Hotel gebracht und konnte den Rest des Tages nutzen, um Moskau zu erkunden.

Montag, 4. November: Liturgie in der Maria-Entschlafen-Kathedrale im Moskauer Kreml und Besuch des Pokrovski-Klosters

 

Das Fest der Ikone der Kasaner Gottesmutter wird in der russischen Kirche am 4. November (neuen Stils) gefeiert. Diese Ikone ist zutiefst verbunden mit Wendepunkten der russischen Geschichte und vor allem mit dem Jahr 1612, als sie der Prozession für die Befreiung Moskaus vorangetragen wurde. Das Ende der polnischen Besetzung schließt die Zeit der Unruhen ab und eine neue Dynastie, diejenige der Romanows, sorgt für neue Stabilität. An diesem Tag der „Nationalen Einheit“, der durch den ersten Romanow, Michael I. von Rußland, eingeführt und bis zur bolschewistischen Revolution von 1917 in Rußland gefeiert wurde, gedenkt man der Einheit des russischen Volkes, die auch ohne eine starke Macht Rußland zu behüten vermag. Im Jahr 2005 wurde dieser Tag der nationalen Einheit zum Feiertag in der Russischen Föderation erklärt.

 

Unsere Delegation wurde früh am Morgen in die Maria-Entschlafen-Kathedrale des Moskauer Kreml geleitet zur Liturgie, die von Patriarch Kyrill, Metropolit Johannes und anderen russischen Würdenträgern in Konzelebration gefeiert wurde. Dieser Augenblick war von vielen von uns besonders erwartet worden aufgrund der historischen Bedeutung des Tages und des Ortes. Eine Delegation von etwa einhundert Personen aus der Metropolie von Smolensk, der seine Heiligkeit Patriarch Kyrill besonders verbunden ist, war gleichfalls anwesend. Es sei in Erinnerung gerufen, dass die Maria-Entschlafen-Kathedrale durch Metropolit Peter im 14. Jahrhundert begonnen wurde, der dorthin den Primatialsitz von Kiew her übertrug. Sie sollte ein Jahrhundert später die erste Steinkirche von Moskau sein und Ivan III. zerriss auf ihren Stufen das Schreiben, das Moskau der Mongolenmacht unterstellte. Ivan IV. wurde hier zum Zar gesalbt und der Semski Sobor (die Ständeversammlung) wählte hier Michael I. zum Zaren, den ersten Romanow.

 

Während der Liturgie sang der Chor der Alexander-Newski-Kathedrale unter der Leitung von Protodiakon Alexandre Kedroff abwechselnd mit dem Chor der Smolensker Metropolie. Besonders der Cherubimhymnus berührte die Teilnehmer sehr.

 

Nach der Liturgie waren Metropolit Johannes, sowie die Väter Anatole Rakovitch, Jean Gueit, Theodor Van der Voort, Nicolas Cernokrak, Vladimir Zelinsky, Syméon (Cossec), Anatole Negruta, wie auch der Sekretär des Rats, Nicolas Lopoukhine, und Alexis Konovalov, der Sohn des verstorbenen Erzbischofs Serge, zu einem Essen mit dem Patriarchen eingeladen, zusammen mit einer Delegation der Smolensker Metropolie.

 

Wer wollte, konnte nach dem Essen am Besuch des Stauropegialen Klosters vom Schutzfest der Gottesmutter (Pokrovski) in Moskau aufbrechen, um dort die Reliquien der heiligen Matrona zu verehren. Die Besucher wurden dort von der Oberin (настоятельница) empfangen, Higumenia Theophanie. Gegen Abend gab seine Eminenz Metropolit Johannes, zusammen mit Vater Jean Gueit, im Hotel eine Pressekonferenz vor etwa zwanzig Journalisten der russischen Medien.

 

Am Abend erwartete die Delegation zum Erstaunen vieler ein festliches Essen, an dem neben Metropolit Johannes auch Metropolit Antonij und Bischof Savva teilnahmen. Mit dieser Zusammenkunft fand unser Moskaubesuch seinen Abschluss. Ein jeder war sich zweifelsohne der historischen Tragweite der Ereignisse bewusst, die wir miterleben durften, doch die warme und herzliche Atmosphäre dieses Festessens verlieh den feierlichen Zeremonien eine zusätzliche freudige Note.

Dienstag, 5. November: Stauropegiales Pokrovski-Kloster in Moskau und stauropegiales Sretenski-Kloster

 

Metropolit Johannes von Dubna, Vater Anatole Rakovitch und Protodiakon Jean Drobot fuhren in Begleitung von Metropolit Antonij zum stauropegialen Pokrovski-Kloster, wo sie von der Oberin (настоятельница), Higumenia Theophanie, empfangen wurden. Die Delegation begab sich im Anschluss daran in das stauropegiale Sretenski-Kloster, wo sie durch den Prior (наместник) der Gemeinschaft, Erzbischof Amvrosij von Vereia empfangen wurde, der sie auch in die Kirchen des Klosters führte und mit ihr das Seminar besichtigte.

 

Am Nachmittag begleiteten Metropolit Antonij, Bischof Savva und Erzpriester Nikolai Balachov Metropolit Johannes zum Flughafen, von wo aus er nach Paris zurückflog.

 

Die anderen Mitglieder der Delegation flogen im Laufe des Tages in ihre Heimatländer zurück.

 

v.l.n.r.: Metropolit Antonij, Metropolit Johannes und Bischof Savva im Diakonion der Kathedrale nach der Liturgiefeier.
v.l.n.r.: Metropolit Antonij, Metropolit Johannes und Bischof Savva im Diakonion der Kathedrale nach der Liturgiefeier.
Metropolit Johannes wird von Seiner Heiligkeit das Gruppenbild überreicht.
Metropolit Johannes wird von Seiner Heiligkeit das Gruppenbild überreicht.

 

Axios! Axios! Axios! - Erzbischof Johannes von Dubna zum Metropoliten erhoben

 

 

Vom 02. bis 04. November war eine über 100 Personen zählende Delegation aus Laien und Klerikern aus unseren Dekanaten in ganz Westeuropa in Moskau, um dort an den Feierlichkeiten anläßlich der Wiedervereinigung des Erzbistums der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa mit der Russischen Orthodoxen Kirche teilzunehmen.

 

Während der Samstag hauptsächlich einer Pilgerfahrt der Mitglieder der Pariser Delegation zu den Reliquien des hl. Neomärtyrer-Patriarchen Tichon im Moskauer Donskoi-Kloster und zu den Reliquien des hl Sergius von Radonesch in der Lawra in Segejewskaja Posad gewidmet war, wurde am Sonntag und Montag zwei feierliche patriarchale Liturgien zelebriert. Am Sonntag feierte Seine Heiligkeit die Liturgie in der Christus-Erlöser-Kathedrale und am Montag in der Mariae-Emtschlafen-Kathedrale des Moskauer Kremls.

 

Mit Seiner Heiligkeit konzelebrierten am Sonntag, den 03. November 2019 in der Moskauer Christus-Erlöser-Kathedrale: Ihre Eminenzen Metropolit Juvenal von Krutitzy und Kolomna, Metropolit Vladimir von de Kischinjov und ganz Moldavien. Metropolit Alexander von Astana und Kasachstan, Metropolit Vincent von Tachkent und Usbekistan, Metropolit Barsanufrij von Sankt Petersburg und Ladoga, Metropolit Paul von Minsk und Saslavl; Metropolit Hilarion von Volokolamsk, Mtropolit Antonij von Chersones und Westeuropa, Erzbischof Johannes von Doubna, Erzbischof Simon von Brüssel und Belgien, Erzbischof Élisée von Den Haag und den Niederlanden, Erzbischof Nestor von Madrid und Portugal, Bischof Denis von Voskressensk, Bischof Mathias von Surosch, Bischof Thomas  von Pavlovo-Possad und Bischof Savva von Zelenograd.

 

Es dienten eine Vielzahl von Priester und Diakonen aus dem Moskauer Patriarchat und aus dem Erzbistum der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa. Vom Klerus des Moskauer Patriarchates wurde dabei durchwegs in kirchenslawisch zelebriert, während die Kleriker des Erzbistums sowohl in kirchenslawisch, als auch in französisch, deutsch und englisch zelebrierten.

 

Nach dem Gesang der dritten Antiphon verlas Protodiakon Konstantin Bargan die Gramata der Vereinigung der Erzdiözese der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa mit der russischen Mutterkirche. Nachdem der Protodiakon den Text vollständig verlesen hatte, reichte er die Gramata Seiner Heiligkeit Patriarch Kyrill. Dieser übergab sie an Erzbischof Johannes mit den Worten: "Diese Charta die ich Ihnen hiermit übergebe ist das Zeichen der Wiedervereinigung des Erzbistum der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa mit der Russischen Orthodoxen Kirche." Im Anschluss wurde Erzbischof Johannes eine große Ikone der Bekenner und Neo-Märtyrer der Landeskonzils von 1918, eine Panagia und ein Brustkreuz, sowie eine Reliquie des heiligen Neo-Märtyrer-Patriarchen Tichon, des Gründers unserer Erzdiözese übergeben. Im Anschluss wurde Erzbischof Johannes durch Seine Heiligkeit Patrarch Kyrill in den Rang eine Metropoliten erhoben. Nach der Verlesung des Dekrets des heiligen Synods setzte seine Heiligkeit Patrarch Kyrill dem neuerhobenen Metropoliten Johannes von Dubna den weißen Klobuk auf.

 

Diese Erhebung bezeugten Chor und versammelte Gemeinde mit dem dreimaligen Gesang des Axios - "er ist würdig!". Den Erzpriestern Anatole Rakovitch und Jean Gueit wurde anschließend das priesterliche Brustkreuz der Patriarchen als Ehrung für ihren priesterlichen Dienst und die Bemühungen um die Wiedervereinigung mit der Mutterkirche verliehen.

 

Nach der inständigen Ektenija folgte dann das feierliche Gebet für die Einheit der Kirche und die Bewahrung vor Teilungen und Schismen, ehe die Liturgie dann  zur Feier des allheiligen Mysterions der Göttlichen Eucharistie voranschritt.

 

Nach der Liturgiefeier waren die Mitglieder der Delegation zu einem festlichen Mittagessen mit Seiner Heiligkeit und den konzelebrierenden Metropoliten, Erzbischöfen, Bischöfen in den Sälen des Untergeschosses der Erlöser-Kathedrale geladen, dem dann ein gemeinsamer Fototermin mit Seiner Heiligkeit folgte.

 

 Diakon Thomas Zmija

 

Bildimpressionen von der Liturgiefeier in der Christus-Erlöser-Kathedrale

Seine Heiligkeit Patriarch Kyrill von Moskau und ganz Russland - Na Mnogaja Leta! Auf viele Jahre!
Seine Heiligkeit Patriarch Kyrill von Moskau und ganz Russland - Na Mnogaja Leta! Auf viele Jahre!

 

Adress of His Eminence Archbishop John to His Holiness Patriarch Cyrill:

 

Your Holiness,

 

I am here today with more than one hundred people, including 37 clerics, priests and deacons who came to your invitation to seal the canonical attachment of traditional Russian churches in Western Europe to the Moscow Patriarchate.

 

For several weeks now, in Russia as in France and beyond, on various channels of information, this act is hailed as a historical event.

 

It is historical in the first place to the extent that, as we all know, what the metropolitan Euloge of blessed memory had hoped, when constrained by the vicissitudes of history he had asked the canonical protection of the Patriarchate of Constantinople in 1931, thinking that this situation would only be temporary; such was the status granted at that time by the provisional Patriarchate of Constantinople.

 

We quote the Metropolitan "In entering this path, it is obvious that we do not separate from our Mother the Russian Church ... we do not break our unity with her. We make the commitment, when the time comes to submit to our free tribunal of the future all our acts of the whole period of our involuntary external separation. And we continue to stay in communion of faith of prayer and love with the Moscow Patriarchate ... This is not a break with the Russian Church; it is only an interruption occasioned by certain circumstances of the present life ". This text Holiness guided my action throughout these difficult months during which our Archdiocese suffered.

 

While he was still archbishop, the Metropolitan Euloge was appointed in April 1921, temporary administrator of Russian parishes in Western Europe by the holy Patriarch Tikhon of Moscow: this was done with the agreement of the Saint Metropolitan Benjamin of Petrograd who until then exercised jurisdiction over the religious institutions of the Russian Orthodox Church in Western Europe. In January 1922 he was elevated to the rank of Metropolitan.

 

In 1924, he founded the "Governing Union of Russian Orthodox Associations", that is, the Archdiocese, which is made up of orthodox religious associations of Russian origin or ecclesial tradition, all legally established, and grouped together in application of the provisions of French law (1905).

 

During the tumultuous decade (1921-1931), without being able to anticipate all historical events, Metropolitan Euloge behaved like a pastor, both loyal to the Moscow Patriarchate and a missionary on earth where events and divine providence have square. It supports the youth movement which is being constituted (ACER - РСХД) and to which the holy Mother Mary (Skobtsov) will contribute. In 1924, he founded the St. Sergius Theological Institute, of which he became the first rector, while Fr. Serge Boulgakov became its dean.

 

Through these initiatives, Metropolitan Euloge laid the foundations and created the missionary dynamic that will enable the eminent members of the first emigration to safeguard and develop the liturgical, spiritual and theological traditions as they have relied on the legacy of local historical council of Moscow in 1917-1918, as you have pointed out, your Holiness, in the kindly letter that you kindly addressed to me from the beginning of our talks in December 2018 and confirmed on your behalf the Metropolitan Antoine de Chersonèse during our first meeting in Paris.

 

Thus were laid the foundations of the Russian Orthodox Mission in Western Europe in the spirit of what is affirmed the declaration "On the contemporary external mission of the Russian Orthodox Church" promulgated on March 27, 2007 by the Holy Synod and which recalls in a general way that the Church, according to the word of the Savior, from the beginning of her existence, preaches the Gospel "to all who are far off and to all who are near" (Eph 2,17); which also recalls in a particular way that "the parishes of the Russian Orthodox Church outside its canonical limits were originally created to meet the needs of expatriates ... and many of them have become the spiritual home representatives of ethnic peoples converted to Orthodoxy ".

 

This mission was accomplished in that the archdiocese, stemming from the Russian tradition, has indeed become a multi-ethnic and multilingual entity nowadays more than half composed, at the level of clerics as followers of members of western stock of which I myself am one of the representatives, in particular following the archbishops Georges Wagner (German) and Gabriel de Vylder (Belgian) blessed memories. This specificity was highlighted during the various TV shows in Russia itself.

 

The event is historic because your solicitude comes at a time when the integrity and vocation of the Archdiocese was about to be annihilated. You offer to our Archdiocese which becomes, in the framework of the agreement that we have jointly elaborated, the survival and continuation of its missionary vocation in France and in Western Europe as a full-fledged archbishopric. You ensure the safeguarding of our ecclesial entity as it was formed and as it functions in its liturgical theological, pastoral, (but also administrative and financial) dimensions since its foundation, thus preserving our identity to which we are very attached and who led us to solicit your paternal benevolence.

 

The event is historic because the canonical attachment that you offer us today, more than an integration, seals an ecclesial reconciliation, more than a return that is not a return for many of us, a extension of this mission invoked in the declaration of 27 March 2007 mentioned above. Faithful to this mission in the tradition that he has inherited, the Archbishop intends to continue his testimony also in respect of local Christian identities inherited from other spiritual and theological traditions.

 

Despite the jolts of the past century, often very painful and even cruel, which have sparked discord for several generations, and which may have left wounds still largely unhealed, we believe that the Lord can only rejoice at the unity that we are demonstrating today. We are certain for this reason that he will grant us the joy and the deep desire to be faithful witnesses of the Risen One, where we are at every moment and to work together, therefore in the unity of the pleroma of orthodoxy, to the preservation of the integrity of the Body of Christ, in fidelity to the ultimate spiritual message left to us by Metropolitan Euloge: "The freedom of spirit in the Church is sacred".

 

+ Archbishop John of Doubna

 

November 3, 2019

 

Seine Heiligkeit Patriarch Kyrill mit S.E. Metropolit Johannes von Dubna und den Mitgliedern der Delegation des Erzbistums der orthodoxen Gemeindenrussischer Tradition in Westeuropa.
Seine Heiligkeit Patriarch Kyrill mit S.E. Metropolit Johannes von Dubna und den Mitgliedern der Delegation des Erzbistums der orthodoxen Gemeindenrussischer Tradition in Westeuropa.

 

Archdiocese of Western Europe formally reunites with Russian Church, Archbishop John elevated to Metropolitan

 

 

A great event in the life of the Russian Orthodox Church occurred on Sunday, as the reunion of the Archdiocese of Russian Churches of Western Europe with its Mother Church of the Moscow Patriarchate was formally liturgically celebrated.

 

A delegation from the Archdiocese, headed by Archbishop John of Dubna, visited Moscow from November 2 to 4 for the occasion. In all, the delegation consisted of more than 100 people, representing descendants of the first wave of Russian emigration at the beginning of the 20th century, descendants of Russian displaced persons, and representative of Russian, Belarusian Ukrainian, and Moldovan emigrations of the last decades, as well as representatives of the many peoples of Central and Western Europe, reports Patriarchia.ru

 

On November 2, the delegation visited Donskoy Monastery in Moscow, which preserves the relics of Patriarch St. Tikhon, who founded the Western Archdiocese in 1921, the Holy Trinity-St. Sergius Lavra, where they venerated the relics of St. Sergius of Radonezh, and the Moscow Diocesan House, where the 1917-1918 Local Council was held. The Archdiocese has largely governed itself according to the principles laid down at that Council.

 

 

On Sunday, His Holiness Patriarch Kirill celebrated the Divine Liturgy at Moscow’s Christ the Savior Cathedral, together with Abp. John and members of the Archdiocese’s delegation, and a number of other hierarchs from throughout the Russian Church.

 

Following the Third Antiphon, the text of the Patriarchal and Synodal gramota of the restoration of unity of the Western European Archdiocese with the Russian Church was read out, after which Pat. Kirill gave the gramota to Abp. John, saying, “This Patriarchal and Synodal gramota is awarded in commemoration of the reunification of the Archdiocese of the Western European parishes of the Russian tradition and the Russian Orthodox Church.”

 

The gramota notes that the Archdiocese will retain its liturgical, pastoral, and administrative features as stipulated by its statutes. The Archdiocese will from henceforth receive its holy Chrism from the Moscow Patriarchate. It is also allowed to elect new diocesan vicar bishops, which it was not permitted to do under the Patriarchate of Constantinople.

 

 

The primate of the Russian Church then announced a decree elevating Abp. John to the dignity of metropolitan. Met. John is henceforth to be commemorated by his clergy as “Our Lord, His Eminence Metropolitan John of Dubna, Archbishop of the Western European parishes of the Russian tradition.”

 

His Grace Bishop Savva of Zelenograd also read out the text in French. Pat. Kirill then proclaimed, “Axios!” and placed the white klobuk on Abp. John.

 

The clerics of the Archdiocese Protopresbyter Anatoly Ravovich and Archpriest John Gate were also awarded the right to wear the patriarchal cross for their efforts in restoring ecclesiastical unity.

 

 

Special prayers were read during the litanies following the Gospel for the preservation of the Orthodox Church from the strife of schisms and divisions. A prayer was also read for the repose of the soul of Metropolitan Evlogy (Georgievsky), who served as the first hierarch of the Archdiocese.

 

 

Following the Liturgy Pat. Kirill gave a reliquary with relics of St. Tikhon and an icon of the New Martyrs and Confessors, who were members of the Local Council of 1917-1918 to the Archdiocese, saying, “May these gifts of the Mother Church become a sign of spiritual continuity and an immutable bond, the renewal of which we solemnly celebrate today.”

 

Met. John of Dubna was also presented with a commemorative Panagia and cross by Pat. Kirill. “Accept them as a testimony of the love with which you, a native of France, were received by the great and truly multinational Russian Orthodox Church,” the primate said.

 

In return, Met. John gave a pre-revolutionary icon of Christ the Savior from St. Alexander Nevsky Cathedral in Paris to Pat. Kirill.

 

His Holiness then addressed the participants in the service with a closing speech, in which he noted the importance of overcoming the last Church division caused by the civil unrest in Russia at the beginning of the 20th century and congratulated the faithful on this historic event.

 

Following the service, a festal reception was held for the delegation from the Western European Archdiocese in the Christ the Savior trapeza. Pat. Kirill offered an enlightening word in which he noted that gratitude for the day’s glorious events belongs first of all not to himself, not to Met. John, not to the Synod, but to the Lord Himself, Who as if said, “Enough is enough, you have drunk the cup of division; now unite and remember that nothing like this should ever happen again."

 

On the last day of its visit, the delegation took part in the Divine Liturgy in honor of the Kazan Icon of the Mother of God celebrated by Pat. Kirill in the Dormition Cathedral in the Kremlin.In the afternoon some members of the delegation tokk the oportunity to venerate the relics of St. Matrona of moscou in the Prokovsky Monastery.

 

Quelle: orthochristian.com (https://orthochristian.com/125262.html)

 

 

Das Institut de Théologie Orthodoxe Saint-Serge in Paris

 

 

Das Institut des Heiligen Sergius für orthodoxe Theologie ( Institut de Théologie Orthodoxe Saint-Serge) in Paris wurde durch S.E. Metropolit Evlogij, den Exarchen des Moskauer Patriarchats für Westeuropa, im Jahre 1925 gegründet.

 

Der Gründung vorausgegangen war der Kauf des Geländes, das auf dem sogenannten Deutschen Hügel lag, der Seite des deutschen lutherischen Zentrums bis zum Jahre 1914. Im Jahr 1914 bzw. nach dem Ersten Weltkrieg wurden die lutherischen Kirchen-Gebäude von der französischen Regierung beschlagnahmt. Im Jahre 1924 erwarb das französische Justizministerium dieses Gelände als Eigentum. Hier konstituierte sich in den folgenden Jahren die orthodoxe Pfarrgemeinde zu Ehren des heiligen Sergius von Radonesch und im Jahre 1925 auch das neugegründete theologische Institut,denn Metropolit Evlogij war damals auf der Suche nach einem Kirchengebäude, das sowohl als orthodoxes Gotteshaus, als auch als Räumlichkeit  für das zu gründende theologisches Seminar dienen konnte. Ziel des Instituts war es, auch in der Diaspora zukünftige orthodoxe Geistliche auszubilden. Die Initiative zur Gründung des Instituts wurde deshalb von führenden Vertretern der russischen Diaspora mitgetragen.

 

Durch Spenden aus der ganzen russischen Emigration konnte einen Teil der finanziellen Mittel zum Kauf zu Verfügung gestellt werden, aber der Großteil der Kaufsumme kam durch die Mithilfe von nicht-orthodoxen Freunden und Förderern aus der Ökumene, vor allem aus der anglikanischen Kirche zusammen. Am 18. Juli 1924 wurde die Kirche samt Nebengebäuden erworben. Dieser Tag war der Festtag des heiligen Sergius von Radonesch. In der Folge wurde der eigentliche Kirchenraum im Obergeschoss nach dem Vorbild russischer Kirchen des 16. Jahrhundertsumgestaltet. Es entstanden Wand und Deckenfresken und eine mehrrreihige Ikonostase. Die Kirche verfügt über einen Haupt und einen Nebenaltar. Im Jahre 1925 wurde die neugestaltete russische orthodoxe Kirche geweiht. Als Patrozinium erhielt sie das Gedächtnis des heiligen Sergius von Radonesch.

 

Das erste theologisch-akademische Jahr begann am 30. August 1926 mit 29 Studenten. Zu  den Professoren von St. Serge gehörten bekannte Theologen wie Erzpriester Sergij Bulgakow (1871-1944), A.W.Kartaschew (1875-1961), die Philosophen Boris P. Wyscheslawzew (1877-1950), Erzpriester Basilius Zekowskij (1881-1962), der Exeget Kassian Besobrasow (1892-1965) (6), Georges Florowskij (1893-1979),  G.Fedotow (1886-1948), Leo Zander (1893-1964) Nikolaj Afanassjew (1893-1967), Archimandrit Kiprian (Kern 1899-1960), Wladimir Iljin (1891-1974), Paul Evdokimow (1900-1970)und andere.

 

 

The School of Paris

 

 

The video shows Christian orthodox thinkers from the St Sergius Institute, the Russian Student Christian Movement, the journal The Way (Put'). Among them Saint Maria Skobtsova, bishop Evlogi, Fr. Sergius Bulgakov, Fr. George Florovsky, Boris Vysheslavtsev, Vladimir Iljine, Vassili Zenkovsky, Anton Kartachov, Nikolai Zernov, etc... The film was done by the YMCA between 1926 and 1934.

 

Kurzer Abriss der Geschichte des Erzbistums

der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition

in Westeuropa

 

Diakon Thomas Zmija v. Gojan

 

Das Erzbistum der russischen orthodoxen Kirchen in Westeuropa, heute das Erzbistum der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa, das eine der ältesten orthodoxen Bistümer in der westlichen Diaspora ist, wurde durch Dekret vom 08. April 1921 durch den heiligen Neo-Märtyrer Patriarch Tichon von Moskau und ganz Russland in die pastorale Verantwortung des Metropoliten Evlogij (Georgievskij) gestellt. Die durch die bolschewistische Revolution ins Exil gezwungenen russischen Emigranten errichteten mit Glauben und Mut innerhalb dieses Erzbistums ihre Gemeinden, Das Erzbistum war von Anfang an in saeinem kirchlichen Leben auf den Grundprinzipien des unvollendeten Moskauer Landeskonzils von 1917-1918 aufgebaut.


Der zunächst in Berlin angesiedelte Sitz des Erzbistums wurde bereits im Jahr 1922 nach Paris verlegt. Die dortige Katherale des heiligen Fürsten Aleksander Nevskij wurde zum bischöflichen Kathedra des Erzbistums. Da durch das französische Prinzip der Laicite Religion und Staat strikt getrennt sind, war es notwendig außer der kirchenrechtlichen Komponente eines orthodoxen Erzbistums ebenfalls eine zivil- und staatsrechtliche Form zu finden. Diese wurde durch die Gründung eines Vereins nach französischem Recht gefunden, der sich aus den Gemeinschaften und Pfarreien der Erzdiözese zusammensetzt, die in Frankreich und ganz Westeuropa ansässig waren und bis heute sind. Die Satzung dieses Vereins, die Diözesanverwaltungsunion der Russischen Orthodoxen Vereinigungen in Westeuropa, wurde am 26. Februar 1924 in der Präfektur hinterlegt und ist bis heute in Kraft.

 

Um seine geistliche Unabhängigkeit gegenüber sowjetischen Einflussnahmeversuchen zu bewahren, beantragte das Erzbistum im Jahre 1931 vom Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel unter dessen kanonischen Schutz genommen zu werden. Dies geschah dann in Form eines patriarchalischen Tomos vom 17. Februar 1931, das dem Erzbistum den Status eines vorläufigen Exarchats des Ökumenischen Patriarchats verlieh.


Am 22. November 1965 kündigte das Ökumenische Patriarchat dem Erzbistum unerwartet den Entzug des vorläufigen Exarchatsstatus von 1931 an. Das Erzbistum bestand dann unabhängig von einem Patriarchat. Die Erzdiözese wurde während dieser Zeit von S.E. Erzbischof Georgij (Tarasov) geleitet (1960 bis 1981).

 

Am 22. Januar 1971 nahm das Ökumenische Patriarchat in einem patriarchalischen Schreiben das Erzbistum in seine Herde auf, gewährte ihm aber keinen genauen kanonischen Status innerhalb des Patriarchats selbst.


Sobald Sergij (Konovalov) zum Erzbischof gewählt wurde, verpflichtete er sich, mit dem Ökumenischen Patriarchat über eine Revision seines kanonischen Status innerhalb des Patriarchats zu verhandeln. Dies führte zur Verleihung des Patriarchal- und Synodaltomos vom 19. Juni 1999, mit dem die Heilige Synode von Konstantinopel auf formelle Anfrage des Erzbistums nach mehrjährigen internen Debatten innerhalb des Erzbistums und Verhandlungen mit der Heiligen Synode des Ökumenischen Patriarchats dem Erzbistum den Exarchatstatus (nicht vorläufig) verlieh.

 

Diesen Status hat die Heilige Synode jedoch ohne vorherige Rücksprache mit dem  Erzbistums durch Beschluss vom 27. November 2018 widerrufen. Das Ökumenische Patriarchat zog seinen entsprechende Tomos von 1999 über die Beauftragung eines Erzbischof-Exarchen ganz überraschend zurück und wollte die Gemeinden jetzt in seine gänzlich griechisch geprägten Metropolien eingliedern. Auf einer Pastoralversammlung im Februar 2019 beschlossen dann die versammelten Delegierten mit überwältigender Mehrheit sich nicht aufzulösen und beauftragte vielmehr S.E. Erzbischof Jean (Renneteau) nach kannonischen Lösungen für das Fortbestehen der Erzdiözese zu suchen.

 

Da sich das Patriarchat von Konstantinopel jedem Überdenken seiner Entscheidung verweigerte und ernsthafte kanonische Angebote anderer orthodoxer Kirchen nicht gemacht wurden, stellte S.E. Erzbischof Jean auf einer außerordentlichen Generalversammlung am 07. September 2019 das Angebot der Russischen Orthodoxen Kirche für eine Wiedervereinigung zur Abstimmung.  Der Antrag das Erzbistum der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa der Jurisdiktion des Moskauer Patriarchates zu den zwischen den Delegationen des Erzbistums und der Russischen Orthodoxen Kirche vereinbarten Konditionen einer vollständigen Autonomie einzugliedern wurde von der Mehrheit der Delegierten angenommen.

 

Am 14. September 2019 richtete S.E. Erzbischof Jean als Leiter des Erzbistums ein Schreiben an Seine Heiligkeit Patriarch Kyrill von Moskau und ganz Rußland, in dem er ihm den Wunsch der Mehrheit der Mitglieder des Klerus und der Gemeinden des Erzbistums mitteilte, die Existenz des Erzbistums im Schoß des Moskauer Patriarchats zu gewährleisten. Erzbischof Jean bittet darum, ins Moskauer Patriarchat aufgenommen zu werden zusammen mit den Mitgliedern des Klerus und den Gemeinden, die ihm folgen möchten. Auf dieses Ersuchen hin wurde S.E. Erzbischof Jean mit dem Titel eines Erzbischofs von Dubna in den Episkopat der Russischen Orthodoxen Kirche aufgenommen. Am 28. September 2019 fand in der Alexander-Nevskij-Kathedrale in Paris eine Pastoralversammlung statt. Diese verabschiedete mit überwältigender Mehrheit ein explizites Zustimmungsvotum. Damit wurde die Entscheidung von Erzbischof Jean ausdrücklich bestätigt, um die kanonische Eingliederung in das Moskauer Patriarchat zu bitten.

 

verwendete Quellen: Kommuniqué des Diözesanrates des Erzbistums vom 30. November 2018

 

 

 Kurzer Überblick über die Geschichte des Erzbistums der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa

von Diakon Thomas Zmija

 

Das Erzbistum der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa ist aus den Gemeindegründungen russisch orthodoxer Emigranten hervorgegangen, die nach der Oktoberrevolution nach Westeuropa, vor allem nach Frankreich, geflohen waren.

 

Sofort nach der Machtergreifung durch die Bolschewiki begann ein massiver Vernichtungsfeldzug gegen die orthodoxe Kirche in Russland. Unzählige Bischöfe, Priester, Mönche und Nonnen, aber auch die einfachen Gläubigen durchlitten Gefangenschaft, Folter und Tod um ihres orthodoxen Glaubens willen. Diese Verfolgungswellen dauerten in unterschiedlicher Heftigkeit bis zur Auflösung der Sowjetunion im Jahre 1991 an. Das Ziel dieser Politik bestand in der Vernichtung der Kirche als Institution und der Ausrottung des religiösen Bewusstseins im russischen Volk.

 

Den revolutionären Wirren in Russland folgte vom Frühjahr 1918 bis zum Jahr 1920 der russische Bürgerkrieg. Die Auseinandersetzungen wurden besonders erbittert und brutal geführt. Insgesamt verloren dabei mehr als acht Millionen Menschen ihr Leben. Bis zu 2 Millionen Menschen flohen damals aus Russland. Mit den Strömen dieser Emigranten flohen auch etliche russische Bischöfe und viele Priester. Unter ihrer Führung begannen die russischen Emigranten dann ab den 19280-er Jahren ihr kirchliches Leben in der Diaspora zu organisieren.

 

Im Jahre 1921 hatten Patriarch Tichon und Metropolit Wenjamin von Petrograd, dem traditionell alle Auslandsgemeinden der russischen Kirche unterstanden, Metropolit Evlogij (Gregorievskij) mit der Verwaltung aller russischen Kirchengemeinden in Westeuropa beauftragt. Er nahm seinen Sitz in Paris. Seine Bischofskirche wurde die Kathedrale des heiligen Alexander Newskij in Paris, denn viele dieser Emigranten, ließen sich jetzt in Frankreich, vor allem im Großraum von Paris nieder. Sie begründeten dort einen eigenen, russischen Mikrokosmos. Viele von ihnen waren Intellektuelle oder entstammten der alten Oberschicht des vorrevolutionären Russlands. Zwar mussten sie oft ein Leben in bitterer Armut führen, begründeten aber in Frankreich ein reiches intellektuelles und kulturelles Leben. Da die meisten Emigranten schon in Russland über gute französische Sprachkenntnisse verfügt hatten, fiel ihnen auch die schnelle Integration und Vernetzung mit der französischen Mehrheitsgesellschaft nicht schwer.

 

Der heilige Neo-Märtyrer Patriarch Tichon von Moskau und ganz Russland
Der heilige Neo-Märtyrer Patriarch Tichon von Moskau und ganz Russland

 

Als sich nun in der Sowjetunion der antireligiöse Terror der kommunistischen Regierung immermehr steigerte und eine Vielzahl von Geistlichen, aber auch ganz einfache Gläubige, dadurch in äußerste Bedrängnis für Freiheit, Leib oder Leben gerieten, suchte Patriarch Tichon verzweifelt nach Wegen, um das Überleben seiner Kirche zu sichern. Gerade in jener Zeit begann sich die Synode der Auslandsbischöfe unter Metropolit Antonij (Chrapowitzky) eindeutig auf eine monarchistische Linie festzulegen. Auf einer Synode im serbischen Karlovac im Jahre 1922 votierte die Delegierten  mehrheitlich für die Wiederherstellung des russischen Zarentums.

 

In dieser Situation löste Pariarch Tichon, der im gleichen Jahr inhaftiert worden war und nur über einen Patriarchalverweser und deren Stellvertreter die Verwaltung der Kirche aufrecht erhalten konnte, den Synod der Auslandsbischöfe auf. Die Auslandsbischöfe aber beurteilten die damalige Situation in Russland dahingehend, dass eine reguläre kirchliche Gewalt nicht mehr existiere, die so frei handeln könne, dass man ihr Gehorsam schulde. So betrachteten sie die Auflösungsverfügung durch den inhaftierten Patriarchen als null und nichtig. Von da an begann sich die russische Auslandskirche als verbliebener freier Teil der russischen Kirche zu betrachten und ihre Angelegenheiten autonom von der Mutterkirche in Russland zu regeln.

 

Metropolit Evlogij distanzierte sich zunächst nicht öffentlich von den übrigen russischen Bischöfen im Ausland, hielt aber eindeutig an der Rechtmäßigkeit der Kirchenleitung durch den Patriarchen und seinen Patriarchalverweser bzw. dessen Stellvertreter in Moskau fest. Insbesondere aber bestritt er nach der erfolgten Auflösungsverfügung durch den Patriarchen Tichon dem Auslandssynod in Karlovac das Recht, die kirchlichen Strukturen in der Emigration ohne eine Zustimmung der russischen Mutterkirche zu verändern. So zerbrach die Einheit der kirchlichen Emigration schon im Jahre 1926, als der Auslandssynod versuchte, aus der westeuropäischen Diözese eine eigene Diözese für Deutschland heraus zu lösen. Etwa 75 Gemeinden, die vor allem in Frankreich, aber auch in vielen, wichtigen europäischen Städten lagen (so auch die Gemeinden in Bad Ems und Dresden), hielten dem Metropoliten Evlogij die Treue. Erst als der Nationalsozialismus in Deutschland zur herrschenden politischen Kraft geworden war, waren ab dem Jahre 1938 alle russischen Kirchengemeinden in Deutschland gezwungen, sich dem Synod der russischen Auslandskirche zu unterstellen.

 

Schon im Jahre 1925 war in Paris das theologischen Instituts des heiligen Sergej von Radonesch gegründet worden, an dem eine Reihe bedeutender orthodoxer Religionsphilosophen, Theologen und Kirchenhistoriker lehrte. Hier fand auch eine erste fruchtbare Begegnung zwischen orthodoxer und abendländischer Theologie statt. Ebenso wurden und werden hier neue Generationen von Kandidaten für das priesterliche Amt ausgebildet und zu einer besonderen Sensibilität für die neuartigen Lebensbedingungen ihrer orthodoxer Gemeinden in einer westeuropäischen Umgebung hingeführt.

 

In den letzten Lebensjahren von Patriarch Tichon und der folgenden Zeit durchlitt die russische Kirche einen wahren Golgotha sich in kürzester Zeit ablösender Verfolgungswellen. Nahezu der gesamte Episkopat, unzählige Priester, Mönche und Nonnen, sowie unzählige Gläubige waren entweder erschossen worden oder fanden sich zu langjährigen Haftstrafen verurteilt im sowjetischen Gulag wieder. In dieser Situation versuchte Metropolit Sergej, der als Stellvertreter des „Locum tenens“ die Patriarchalkanzlei leitete, im Jahr 1928 mit einer Loyalitätserklärung gegenüber dem Sowjetstaat und seiner Führung, wenn nicht die Verfolgungen zu beenden, so doch zumindest deren Heftigkeit abzumildern. Auch von den russischen Hierarchen im Exil verlangte Metropolit Sergej die Abgabe solcher Loyalitätserklärungen. Was aber im Binnenkontext der besonders prekären Situation einer Kirche, die im sowjetrussischen Herrschaftsbereich zu überleben sucht, noch geschuldet sein mag, war aber im freiheitlichen Umfeld des Westens völlig undenkbar. Zumal erwies es sich als besonders problematisch, dass mit der Abgabe einer solchen Loyalitätserklärung nach sowjetstaatlicher Auffassung zugleich die öffentliche Leugnung der Kirchenverfolgungen und die Postulierung völliger Religionsfreiheit in der Sowjetunion vor der meist schlecht informierten westlichen Öffentlichkeit verbunden war.

 

Um die kirchliche Einheit bewahren zu können, war Metropolit Evlogij bereit, trotz der eindeutig antisowjetischen Haltung der Gläubigen in seinen Gemeinden, die eingeforderte Loyalitätserklärung abzugeben. Zu einer Beschönigung oder offenen Leugnung der sowjetischen Christenverfolgungen fand er sich jedoch nicht bereit. Als Metropolit Evlogij im Jahre 1930 an einem Fürbittgebet für die verfolgten Christen in der Sowjetunion in London teilnahm, wurde er umgehend durch den Metropoliten Sergej in den Ruhestand versetzt. Seine Kirchengemeinden standen aber weiterhin fest zu ihm. Metropolit Evlogij bat schließlich den Ökumenischen Patriarchen Photios II von Konstantinopel, das russische Bistum in Westeuropa unter den Schutz seines Omophorions zu nehmen. Im Jahre 1931 wurde das Bistum dann als eigenes Exarchat für die russisch- orthodoxen Gemeinden in Westeuropa unter die Jurisdiktion des Ökumenischen Patriarchen aufgenommen.

 

Metropolit Evlogij mit Erzbischof Vladimir von Nizza (rechts) und Bischof Sergej von Prag (links)
Metropolit Evlogij mit Erzbischof Vladimir von Nizza (rechts) und Bischof Sergej von Prag (links)

 

Im Laufe der folgenden Jahrzehnte ist das Erzbistum in seiner fast 100-jährigen Geschichte auf über 120 Pfarrgemeinden angewachsen. Bis zum Jahre 2018/ 2019, als das Ökumenische Patriarchat seinen Tomos zurückzog und versuchte, die Gemeinden des Erzbistums den seit den 1950-er Jahren gegründeten griechischen Metropolien einzuverleiben, versahen in den Gemeinden, von denen mehr als 70 in Frankreich lagen, 140 Priester und 30 Diakone ihren pastoralen Dienst. Sie betreuten 2019 rund 80.000 bis 100 000 Gläubige .

 

Im November 2018 zog das Ökumenische Patriarchat seinen entsprechende Tomos von 1999 über die Beauftragung eines Erzbischof-Exarchen ganz überraschend zurück und wollte die Gemeinden in seine gänzlich griechisch geprägten Metropolien eingliedern. Auf einer Pastoralversammlung im Februar 2019 beschlossen dann die versammelten Delegierten mit überwältigender Mehrheit sich nicht aufzulösen und beauftragte vielmehr S.E. Erzbischof Jean (Renneteau) nach kanonischen Lösungen für das Fortbestehen der Erzdiözese zu suchen. Da sich das Patriarchat von Konstantinopel jedem Überdenken seiner Entscheidung verweigerte und ernsthafte kanonische Angebote anderer orthodoxer Kirchen nicht gemacht wurden, stellte S.E. Erzbischof Jean auf einer außerordentlichen Generalversammlung am 07. September 2019 das Angebot der russischen orthodoxen Kirche für eine Wiedervereinigung zur Abstimmung.

 

S.E. Metropolit Evlogij
S.E. Metropolit Evlogij

 

Das Moskauer Patriarchat ist bereit im Falle einer Vereinigung des Erzbistums mit seiner russischen Mutterkirche alle liturgischen und pastoralen Besonderheiten, die Teil der Tradition des Erzbistums sind, zu respektieren und zu erhalten. Auch die Eparchial- und Gemeindestruktur wird erhalten bleiben. Verwaltet wird das dann Autonome Erzbistum entsprechend seinem heutigen Statuten und von einem Diözesanbischof im Range eines Erzbischofs. Zudem ist die Wahl von Vikarbischöfen vorgesehen. Die Erzbischöfe und Weihbischöfe werden von der Generlversammlung gewählt, wobei dem Patriarchen und dem Heiligen Synod in Moskau   ein Mitspracherecht zusteht. Diese Regelungen entsprechen vollkommen den Gepflogenheiten der Autonomie einer orthodoxen Lokalkirche innerhalb des zuständigen Patriarchates. Der Antrag das Erzbistum der Jurisdiktion des Moskauer Patriarchates zu den zwischen den Delegationen des Erzbistums und der Russischen Kirche vereinbarten Konditionen einzugliedern wurde von 58% der Delegierten angenommen.

 

 

Am 14. September 2019 richtete Erzbischof Jean als Leiter des Erzbistums ein Schreiben an Seine Heiligkeit Patriarch Kyrill von Moskau und ganz Rußland, in dem er ihm den Wunsch der Mehrheit der Mitglieder des Klerus und der Gemeinden des Erzbistums mitteilte, die Existenz des Erzbistums im Schoß des Moskauer Patriarchats zu gewährleisten. Erzbischof Jean bittet darum, ins Moskauer Patriarchat aufgenommen zu werden zusammen mit den Mitgliedern des Klerus und den Gemeinden, die ihm folgen möchten.

 

In einem expliziten Zustimmungsvotum hat dann mit überwältigender Mehrheit der Klerus des Erzbistums, der sich am 28. September 2019 in der Alexander-Nevskij-Kathedrale in Paris zu einer Pastoralversammlung versammelt hatte, die Entscheidung von Erzbischof Jean bestätigt, um die kanonische Eingliederung in das Moskauer Patriarchat zu bitten.

 

Diese durchaus historisch zu bewertende  Pastoralversammlung begann bereits morgens um 7.30 Uhr mit der Feier der Göttlichen Liturgie Dieser Liturgiefeier stand unser Erzbischof vor und die Dekane unseres Erzbistums konzelebrierten mit ihm. Die eigentliche Sitzung der Versammlung begann ihre Arbeit um 10.00 Uhr, nachdem alle Versammelten mit dem Gesang des Troparions: "Himmlischer König..." den Beistand des Heiligen Geistes für ihre Beratung erfleht hatten. Zu  Beginn ließ Seine Eminenz kurz die vorangegangenen Ereignisse Revue passieren und legte daraufhin dann Ziel und Sinn der jetzt stattfindenden Pastoralversammlung dar. Schließlich übergab er das Wort an Erzpriester Jean Gueit, der dann die einzelnen Punkte des Dokuments der kanonischen Eingliederung in das Moskauer Patriarchat vorstellte. Daraufhin hatten die versammelten Kleriker die Möglichkeit ihre Fragen zu stellen, die Seine Eminenz daraufhin beantwortete. Im Anschluss an die Ausssprache wurden dann an alle Anwesenden Kopien des zu beschließenden Textes ausgeteilt. Erzbischof Jean verlas jetzt diesen Text abschnittsweise, wobei er einige Punkte noch näher erläuterte. Schließlich bat er die Kleriker darum, ihr Zustimmung zu diesem Dokument mit der Bitte um die Eingliederung in das Moskauer Patrarchat zu geben. Die 51 bei dieser Versammlung anwesende Kleriker, denen weitere 37 Kleriker hinzuzurechnen sind, die nicht persönlich auf dieser Pastoralversammlung anwesend sein konnten, jedoch aber unserem Erzbischof ihre volle Unterstützung zugesichert hatten, haben die Pastoralentscheidung von Erzbischof Jean akzeptiert, die Communio und die kanonische Einheit mit dem Moskauer Patriarchat zu erbitten, damit die Fortführung des kirchlichen, liturgischen und sakramentalen Lebens des Erzbistums der Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa sicher gestellt werden kann. Danach hat Seine Eminenz Erzbischof Jean das Dokument mit der Bitte um Eingliederung vor den Augen der Versammelten unterzeichnet. Nachdem er seine Unterschrift unter diese Bitte gesetzt hatte, dankte Seine Eninenz allen Klerikern, den anwesenden und den nicht anwesenden, die ihm damit ihr Vertrauen sowie ihre kirchliche Einheit mir dem Erzbischof und damit auch der Erzdiözese ausgedrückt haben. Am Schluss wurde durch Erzdiakon Vsevolod Borzakovsky aus der Gemeinde in Rom ein "Многая Лета" (Auf viele Jahre) für Seine Heiligkeit Patriarch Kyrill von Moskau und ganz Russland, für Seine Eminenz Erzbischof Jean von Dubna und für alle Glieder unseres Erzbistums angestimmt.

Auch wenn das Erzbistum heute seinen Schwerpunkt in Frankreich besitzt, befinden sich seine Gemeinden überall in Westeuropa. In Deutschland ist es mit Pfarrgemeinden in Stuttgart, Balingen und Albstadt vertreten.

 

 

Metropolit Evlogij (Georgievskij)

 

(1868-1946)

 

von Leo A. Zander

 

Er gehört zu den bemerkenswerten Gestalten der orthodoxen Kirche des zwanzigsten Jahrhunderts. Sein Leben fällt mit den tragischen Ereignissen der russischen Geschichte zusammen. Er war Zeuge des Niedergangs des zaristischen Reiches im Russisch-Japanischen Krieg und in der Revolution vom Jahre 1905. Während der parlamentarischen Kämpfe war er Mitglied der zweiten Sektion der dritten Duma. Er wurde vom Ersten Weltkrieg, dem Sturz des Zaren, dem Bürgerkrieg und dem Exil überrascht. So erlebte er auch die russische Emigration nach dem Westen und schließlich den Zweiten Weltkrieg. Alle diese Ereignisse, an denen er aktiv teilnehmen musste, trugen dazu bei, seiner überragenden Persönlichkeit den Stempel einer historischen Gestalt aufzudrücken, die in die Annalen der orthodoxen Kirche eingehen sollte. Seine Memoiren (nach seinen Berichten von Frau T. Manuchina redigiert und 1947 in Paris auf russisch durch die YMCA-Presse [667 Seiten] veröffentlicht) zeigen uns ein beredtes Bild seiner Epoche, seiner Aktivität und aller religiösen Werke, deren Urheber, Inspirator und Schutzherr er war. Er entstammte der Familie eines einfachen Dorfpriesters aus dem Gouvernement Tula. Da die Geistlichkeit des alten Russland wie eine Kaste organisiert war, empfing er seinen Unterricht auf jenen kirchlichen Anstalten, die den Söhnen der Geistlichkeit offenstanden. Die Beschreibung, die er über seinen Aufenthalt auf diesen Anstalten gegeben hat – sie bezieht sich auf seine Erfahrungen als Schüler, dann als Lehrer, Inspektor und Rektor der kirchlichen Seminare – vermittelt recht traurige Eindrücke: die Grobheit der Sitten, das geistige Niveau, die Moral der Schüler. All dies war beklagenswert.

 

Der Zwangscharakter einer halbmonastischen Disziplin und eine ebensolche Lebensweise, die einer verweltlichten Jugend auferlegt wurden, machten die Seminare zu Brutstätten des Atheismus. Der Besuch der Seminare öffnete ihm den Weg zum Eintritt in den Klerus, aber der junge Georgievskij begnügte sich nicht mit der Aussicht, sein ganzes Leben Dorfpriester zu bleiben. Auf den Rat des angesehenen Starez Amvrosij aus dem Kloster von Optina und gegen den Wunsch seiner Familie stellte er sich der Theologischen Akademie von Moskau vor, wo er die ganz andere Atmosphäre einer vertieften theologischen Arbeit und eines kirchlichen Enthusiasmus der jungen Mönche fand. Er blieb dort vier Jahre. Nach einer kurzen Zeit des Privatunterrichts wurde er im Jahre 1895 Mönch. Die folgenden Jahre seiner Laufbahn sind ein Beispiel für das Leben eines jungen Geistlichen im zaristischen Russland. Die Jahre von 1895-1897 verbrachte er als Inspektor des Seminars in Vladimir, von 1897-1902 war er Rektor des Seminars von [S. 13] Cholm, 1903 wurde er Hilfsbischof in Cholm und 1905 ordentlicher Bischof derselben Diözese. Diese Jahre seiner Wirksamkeit sind durch eine große organisatorische Arbeit für das Leben der Kirche gekennzeichnet, durch einen erbitterten Kampf mit den Unierten in der stark polnisierten Provinz seiner Diözese, durch die Gründung mehrerer Klöster und vor allem durch die Teilnahme, die er für eine arme, unterdrückte, durch die Landeigentümer geradezu verfolgte Bevölkerung aufbrachte. Bischof Evlogij liebte zu sagen, dass er nach seinen Neigungen und Vorzügen ein "Bischof der Bauern" wäre. Er lebte mit dem christlichen Volke, und sein ganzes, äußerst einfaches, bescheidenes und aufgeschlossenes Auftreten hatte so gar nichts von einem Kirchenfürsten an sich.

 

Während der Jahre 1907-1912 setzte er seinen Kampf für seine Pfarrkinder in der zweiten und dritten Duma fort, was ihm einen erwarteten Hass von Seiten der polnischen Partei, ebenso aber auch das Misstrauen der Rechten eintrug, die in ihm einen "Liberalen" argwöhnte.

 

Was die Linke anbetrifft, so war man ihm darum feindlich gesonnen, weil er Bischof war, also ein "Rückschrittler". Während des Ersten Weltkrieges wurde er Erzbischof von Wolhynien, wo er das Leben der Kirche in den durch die russische Armee besetzten Gebieten leiten sollte. Die Verleumdungen haben aus ihm einen "Russifikateur" gemacht, der die Unierten gezwungen gehaben sollte, orthodox zu werden. Diese Behauptungen haben ihm eine sehr schlechte Behandlung eingetragen, als er nach der Revolution in die Hände der polnischen Behörden gefallen war.

 

Im Jahre 1919 ging er durch das ganze Elend des Bürgerkrieges, der Anarchie, der Vertreibung und zahlreiche Gefangenschaften hindurch. Nach der Niederlage der Weißen Armee des General Wrangel im Jahre 1921 musste er endgültig Russland verlassen. Zunächst ging er nach Serbien, dann nach Westeuropa. Am 26. April 1921 vertrauten ihm der Patriarch Tichon und der Heilige Synod die Leitung der russischen Kirche im Auslande an. Er ließ sich in Paris nieder, um einen neuen Abschnitt seines Lebens zu beginnen, der gleichzeitig ebenso bescheiden wie großartig war. Während der Jahre der Anpassung an die neuen Lebensbedingungen der Kirche im Exil musste er erkennen, dass er über kein Mittel zur Ausübung von Zwang und Disziplin verfügte und die Autorität seines bischöflichen Ansehens allein auf dem guten Willen seiner Pfarrkinder beruhte, auf ihrer Liebe zur Kirche und ihrer Verehrung des Bischofs. Die russische Emigration war zahlreich und buntscheckig. Sie war aus Dutzenden, wenn nicht aus Hunderten von Flüchtlingen zusammengesetzt, die aus allen Ecken Russlands gekommen waren und allen sozialen Klassen und dem verschiedensten Niveau angehörten. Die Mehrzahl von ihnen war ohne irgendwelche Hilfsmittel, fühlte sich vollkommen fremd in den neuen Bedingungen des Lebens und hatte eine geistliche Hilfe nötig. Man musste neue Pfarrgemeinden in den industriellen Zentren organisieren, wo die Russen als einfache Arbeiter tätig waren und mit ihren Familien in äußerster Armut lebten. Gerade unter diesen Leuten entfaltete der Metropolit Evlogij seine großen Gaben. Er brachte Segen, ermutigte, unterstützte die persönlichen Initiativen. Seine Diözese sah unter seiner Leitung ein wunderbares Aufblühen von neuen kleinen Pfarrgemeinden in den Städten und Dörfern, über welche die Emigrierten zerstreut waren. Die neuen Kirchen, die in Paris innerhalb der Bannmeile lagen und die in anderen Ländern sich niedergelassen hatten wie etwa in Deutschland, Belgien, Skandinavien oder Marokko, gebrauchten häufig als Kultstätten für ihre Gottesdienste nur Garagen, Scheunen und Privathäuser. Aber der Glaube der Gläubigen verwandelte diese Stätten in wahre Heiligtümer und Orte des Gebetes. Metropolit Evlogij schonte seine Kräfte nicht und unternahm zahlreiche Reisen, um seine entwurzelten Gemeinden zu besuchen. Eines seiner Hauptwerke war die Gründung des Instituts St. Serge, das als Theologische Fakultät für die Heranbildung der Geistlichkeit geplant war, aber zu einem Zentrum des theologischen Denkens und der orthodoxen Kunst im Westen geworden ist. Es ist sehr schwer, die zahlreichen Initiativen aufzuzählen, die von Metropolit Evlogij ausgegangen sind: "Die orthodoxe Aktion", die durch Mutter Marija (Skobcova) auf dem Felde der Sozialarbeit ins Leben gerufen worden ist; "Die Bewegung der christlichen Studierenden", deren junge begeisterte Mannschaft eine wichtige Rolle in der ökumenischen Bewegung gespielt hat; "Die Liga für orthodoxe Kultur" und die ökumenischen Arbeiten der russischen Theologen – alle diese Werke fanden in der Person des Metropoliten eine warme und herzliche Unterstützung. Aber sie waren auch die Ursache der Schwierigkeiten, die sich zwischen dem Metropoliten und der konservativen Richtung der Kirche erhoben und die zu einem Bruch zwischen ihm und der Synode der in Jugoslawien residierenden Bischöfe führten, die in der Kirche die Beibehaltung des alten Regimes sehen wollten.

 

Der zweite Bruch zwischen dem Metropoliten Evlogij und dem Patriarchatsverweser von Moskau erfolgte im Jahre 1931, als der Metropolit Sergij von Moskau einen Loyalitätsakt von Seiten der Geistlichkeit unter der Jurisdiktion des Metropoliten Evlogij gegenüber der sowjetischen Regierung verlangte. Evlogij betrachtete dies als einen Akt der politischen Einmischung in die Angelegenheiten der Kirche. Er sah sich infolgedessen genötigt, mit dem Patriarchat von Moskau zu brechen. Er begab sich nach Konstantinopel, um den kanonischen Schutz des Ökumenischen Patriarchates zu erbitten. Dieser wurde ihm großherzig durch den Erlass des Patriarchates vom 17. Februar 1931 gewährt. Der Metropolit und Erzbischof der russischen Kirchen im Exil wurde der Exarch des ökumenischen Patriarchen und Leiter seines russischen Exarchates in Westeuropa. Unter seinem Episkopat hat die russische Kirche in Europa eine glänzende Periode der Bezeugung des orthodoxen Glaubens im Westen erlebt.

 

Das Lebensende des Metropoliten Evlogij wurde durch die Verhängnisse des Zweiten Weltkrieges überschattet, durch die Besetzung Frankreichs seitens der Nazis, die ihn als einen Feind des Dritten Reiches betrachteten, und durch den Tod einer großen Anzahl seiner Mitarbeiter. Infolge einer langen Krankheit starb er am 8. August 1946. In der Krypta der Kapelle des russischen Friedhofes in St. Geneviève de Bois in der Umgebung von Paris fand er seine letzte Ruhestätte.

 

 

History of the Archdiocese of Russian Orthodox Churches in Western Europe till 2018

The Archdiocese is the legal successor and direct continuation of the “Provisional Administration of Russian Parishes in Western Europe” founded by Saint Patriarch Tikhon of Moscow and entrusted to Archbishop Evlogy (by decrees of 8 April 1921, nos 423 & 424) with the agreement of Saint Metropolitan Benjamin of Petrograd who till then had jurisdiction over the religious institutions of the Russian Orthodox Church in western Europe (letter dated 21 June 1921).
Metropolitan Evlogy, who had been forced to leave Russia during the Civil War, had been charged since 1920, by the Supreme Ecclesiastical Administration in the South of Russia, with the care of the parishes in western Europe, and had been established first in Berlin, then in Paris (1922). During the summer of 1921 he visited the main parishes in western Europe, including the parish of the Dormition in London which was at that time in his jurisdiction. The following year he received a patriarchal decree from Moscow, dated 5 May 1922, ordering the dissolution of the Supreme Administration for the Church Abroad, centred in Sremski-Karlovci (Serbia), because of the political stance taken up by that Administration, and confirming Metropolitan Evlogy as being in charge of the Russian Orthodox parishes abroad. However, the Russian bishops in exile in Serbia disregarded the patriarchal decree, and set themselves up as a “synod abroad” which soon began to trespass on the canonical rights of Metropolitan Evlogy, especially in Germany. In 1926 there was finally a breach between him and the synod abroad. The conflict between the bishops caused disturbances in several parishes: some, in Germany and elsewhere, passed under the jurisdiction of the Synod of Karlovci; others, including that in London, found themselves split in two. Metropolitan Sergei of Nizhny-Novgorod, at that time temporarily occupying the patriarchal throne as locum tenens, when consulted said he was unable to settle the matter because foreign contacts were so difficult: he simply advised, in accordance with traditional Orthodox ecclesiology, that Russian emigrés who had settled in parts of the Balkans where there was a local Orthodox Church should seek full membership of those Churches, and that those who found themselves outside Orthodox countries should establish a local Church of their own.
In 1927 Metropolitan Evlogy had to face a new conflict, this time with the temporary occupant of the patriarchal throne. To demonstrate his support of Soviet authority, and hoping to obtain the legalization of the Patriarchate of Moscow, Metropolitan Sergei of Nizhny-Novgorod accused the clergy of the emigration of being counter-revolutionary, and demanded an undertaking of loyalty to the USSR. In reply Metropolitan Evlogy assured him that whilst he himself was completely apolitical, there could be no question of binding his clergy to the government of a State of which they were not citizens.
In 1930, when there occurred a new wave of bloody persecutions against the Church and the faithful in the Soviet Union, Metropolitan Sergei rebuked Metropolitan Evlogy for taking part in ecumenical gatherings in London and Paris to pray for the persecuted Christians of Russia, and at the same time denied in the international press that any persecution had taken place. Ordered by Moscow to resign, Metropolitan Evlogy refused to abandon the clergy and faithful who had been entrusted to him and who had given him their complete confidence. In response Metropolitan Sergei suspended Metropolitan Evlogy from his duties and put him under an interdict. The latter appealed to the Ecumenical Patriarch, citing the 9th Canon of the 4th Ecumenical Council which recognized the Throne of Constantinople as a court of appeal, and put himself under the protection of that Patriarchate, being anxious to hold together the communities that had been entrusted to him and to maintain their communion with the fulness of the Orthodox Church. Patriarch Photius II gave him his support in every point and took him under his obedience and appointed him Exarch of a “Provisional Exarchate for the Russian Parishes in Western Europe”. This position was confirmed by Patriarch Benjamin (in 1937 and 1939) and Patriarch Maxim (1947). At the end of the Second World War, like many Russian emigrés of the time, Metropolitan Evlogy felt irresistibly drawn to his native land where he expected to see a change in the political attitude of the Stalinist regime in religious matters and a renaissance of the Church. Suffering from ill health and hoping to be able to return to die in the country of his birth, he re-established communication with the Patriarch of Moscow, despite the opposition of many of the clergy and laity who did not trust the promise of the representatives from Moscow that they would respect the autonomy of the diocese, and who, for the first time, suggested establishing a local Orthodox Church. According to them, such an establishment would hard to reconcile with resuming membership of a national Church like that of Russia. The necessary agreement of the Patriarch Constantinople was sought, but had still not been received when Metropolitan Evlogy died in August 1946. His successor, Metropolitan Vladimir, supported by the Diocesan Assembly, rejected the diktat from Moscow, choosing instead to preserve the freedom of the diocese. During the thirteen years that he spent at the head of the Exarchate, Metropolitan Vladimir continued the work begun by his predecessor, Metropolitan Evlogy, in faithfulness to the Russian Orthodox tradition, which he himself fully embodied since he had been ordained before the Revolution, whilst at the same time being fully aware of the necessity to organize a truly local Church in the countries where Russian emigrés had been brought by Providence to witness to the Orthodox faith; and he accepted that this implied the use of western languages in worship where the need should arise. So it was that the Diocesan Assembly meeting under his presidency in 1949 sent out a prophetic message in calling for the unity of all the Orthodox settled in Western Europe, without distinction of ethnic or national origin, in the setting of a local Church: “Let us all join together, we and our Orthodox brethren, in one Church in the countries where God has led us. Let us put all our effort into building a united Orthodox Church in Western Europe”.
However, yielding to the pressure of the Patriarchate of Moscow, Patriarch Athenagoras I, in a letter dated the 22 November 1965, put an end to the administrative status of the diocese as a “Provisional Exarchate” of the Ecumenical Throne such as it had been since 1931. The General Extraordinary Assembly of 16—18 February 1966 stated that the hitherto “provisional” nature of its ecclesiastical structures no longer applied, since they comprised members of the third (and now even the fourth) generation descended from Russian or other emigrations now permanently settled in their adoptive countries, with a growing number of Orthodox of western stock. After a short period of transition for regularizing and bringing up to date the bonds that had always existed between the Archdiocese and the Patriarchate of Constantinople, the Archdiocese was fully integrated into the Patriarchate of Constantinople as a unified ecclesiastical organization with a special status of internal autonomy (charter of Patriarch Athenagoras I of 22 January 1971).
In 2018, more than 80 years after its foundation, the Archdiocese has become a multinational diocese, comprising around 120 parishes and monastic communities, served by 104 priests and 24 deacons, mainly in France, but also in Belgium, the Netherlands, Denmark, Germany, Norway, Sweden, Italy, Spain and recently the United Kingdom. In France the Archdiocese is the most important Orthodox diocese, with 40 parishes, including the Cathedral of St Alexander Nevsky in Paris, the Cathedral of St Nicholas at Nice and the church of the Russian Cemetery of St Geneviève-des-Bois. Its composition throughout reflects the diversity and complexity of the situations with which Orthodoxy is familiar in the West: there are parishes of Russian emigrés worshipping in the religious vernacular of their country of origin, and right next to them parishes that attract the faithful of several nationalities, as well as completely western parishes, worshipping in various languages according to the countries where they happen to be. The vast majority of the clergy and faithful are now citizens of those countries and half the clergy are of western origin. In some parishes worship is entirely in Slavonic; in others it is in French (or German, English, Norwegian or Dutch), and in many places in two languages. There is attached to the Archdiocese the Institute of Orthodox Theology in Paris (the Institut Saint-Serge) in Paris.
 Metropolit Vladimir (Tikhonitskij)
Metropolit Vladimir (Tikhonitskij)

 

Zur Geschichte des deutschen Dekanates

 

Diakon Thomas Zmija

 

Die orthodoxe Präsenz in Deutschland (heute rund 1,6 bis 1,8 Millonen Gläubige) ist das Ergebnis eines mehrhundertjährigen dynamischen Prozesses der Zuwanderung und Ansiedlung von Orthodoxen in diesem Lande, auf Grund dessen die orthodoxe Kirche heute zur drittstärksten christlichen Konfession in unserem Land geworden ist.

 

Erste Kontakte zwischen den Christen Deutschlands und der Orthodoxie ergaben sich schon am Ende des Mittelalters, allerdings sehr sporadisch, vor allem, wenn Gesandtschaften aus orthodoxen Ländern, zumeist aus Russland, deutschen Reichstagen beiwohnten und dort auch ihre Gottesdienste feierten. Vereinzelt kamen auch Geistliche aus dem Orient, die Unterstützung für ihre Gemeinden und Klöster unter osmanischer Herrschaft erbaten

 

Erste  orthodoxe Gemeindebildungen fanden dann im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert statt. Jedoch trug die Mehrzahl der orthodoxen Gottesdienststätten in Deutschland damals einen eher temporären Charakter, auch wenn in jener Zeit, vor allen in den Kurorten und Residenzstädten, an die Stelle der provisorischen Lösungen erstmals sehr schöne orthodoxe Kirchen und Kapellenbauten treten.

 

Hatte der Ausbruch des I. Weltkrieges das orthodoxe kirchliche Leben in Deutschland fast vollständig zum Erliegen gebracht, so bedeutete sein Ende mit der darauf folgenden bolschewistischen Machtübernahme in Russland, dass binnen kurzer Zeit zahlreiche Flüchtlinge aus dem ehemaligen Russischen Reich nach Deutschland strömten. Zu Beginn der 1920-er Jahre lebten zeitweilig mehr als 1,2 Millionen russische Flüchtlinge in Deutschland.

 

Wenn auch die meisten von ihnen während der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920-er und im Verlauf der 1930-er Jahrein bald in andere Länder weiterwanderten, so blieben doch viele orthodoxe Russen im Land. Mit ihnen begann die bis heute andauernde Präsenz orthodoxer Christen und ihrer Gemeinden in Deutschland.

 

Die dringend notwendige kirchliche Aufbauarbeit wurde in den Zwanziger jahren durch den damals ausbrechenden kirchlichen Streit in der russischen Emigration geschwächt, der erst im Jahr 2019 endgültig geheilt werden konnte. In dieser Zeit kam es einerseits zum Bruch zwischen dem Synod der russischen Auslandsbischöfe, der auf Einladung der Serbischen Orthodoxen Kirche in Sremski Karlovci sein Zentrum gefunden hatte und dem Moskauer Patrarchat, anderseits aber auch zum Zerwürfnis zwischen dem Synod der russischen Auslandsbischöfe und dem in Paris residierenden Metropoliten Evlogij (Georgievskij). Ihm war im Jahre 1921 vom heiligen Neo.Märtyrer Patriarch Tichon die Leitung der russischen Kirchengemeinden in Westeuropa anvertraut worden. Bevor es im Jahre 1938 zur Übergabe des gesamten russischen Kirchenbesitzes in Deutschland an die Auslandskirche durch die damalige Reichregierung kam, gehörten 21 größere und kleinere Kirchengemeinden (wie z.B. die Gemeinden in Dresden und Bad Ems) zum Erzbistum der russischen orthodoxen Gemeinden in Westeuropa. Nach dem zweiten Weltkrieg verblieben diese Gemeinden weiterhin in der geistlichen Obhut der Auslandskirche.

 

Erst mit dem Übertritt der orthodoxen Kirchengemeinde zu den heiligen Erzengeln in Düsseldorf (gegründet 1956) zum Pariser Erzbistum im Jahr 1974 ist das Pariser Erzbistum wieder mit Gemeinden in Deutschland vertreten. Unter Erzbischof Gabriel (de Vijlder) wurden die inzwischen drei Gemeinden des Erzbistums zu einem deutschen Dekanat zusammengefaßt. Heute gehören diesem deutschen Dekanat die Gemeinden in Stuttgart, Balingen und Albstadt an. Dekan ist Erzpriester Michael Buk. Zum Klerus gehören außerdem Erzpriester Johannes Kassberger und Diakon Thomas Zmija von Gojan.

 

Zu den im Laufe der Zeit gewachsenen Besonderheiten des kirchlichen Lebens im Erzbistum gehört auch in den drei Gemeinden in Deutschland eine organisch gewachsenen Inkultration der Gläubigen in die neuen Lebensbedingungen der westlichen Länder. Die Gemeinden sind zwar ganz bewußt in der russischen kirchlichen Tradition verwurzelt, verstehen sich aber grundsätzlich als geistliche Heimat für alle orthodoxe Menschen, die dies so wünschen. Niemand wird durch bestimmte Erwartungen an seine Bindung genötigt, an einer bestimmten nationalen oder ethnischen Identität festzuhalten, aber auch nicht gedrängt, sich zur deutschen Identität zu bekennen. Die Verbundenheit zu Herkunft, Identität und heimischen Traditionen gehört vielmehr in die freiwillige Entscheidung jedes Einzelnen. Was das Klima in den eher kleinen Gemeinden aber auszeichnen soll, ist die gemeinsame Liebe zum Herrn Jesus Christus und zum gemeinsamen orthodoxen Glauben sowie zum kirchlichen Leben. Ohne dass die Gemeinden sich als ausgesprochen "deutsch" verstehen, hat die deutsche Gottesdienstsprache in allen drei Gemeinden als die gemeinsame Sprache, die alle verstehen und in der deshalb gebetet wird, ihren wohlbegründeten und festen Platz, auch wenn der Gottesdienst in der Stuttgarter Gemeinde bis heute in vielen Teilen der altkirchenslawischen Sprache verbunden geblieben ist. Die Gemeinden in Balingen und Albstadt benutzen den neuen Kalender, während die Gemeinde in Stuttgart den alten Kalender benutzt.

 

Wer eimal vorbeikommen und mitbeten möchte: Herzlich willkommen!

 

Heiliger Martinus der Midtätiger, Bischof von Tours
Heiliger Martinus der Midtätiger, Bischof von Tours
Heiliger gerechter Alexis von Ugine
Heiliger gerechter Alexis von Ugine
Heilige Neo-Mätryrerin-Nonne Maria Skobtsova
Heilige Neo-Mätryrerin-Nonne Maria Skobtsova
Heilige Maria Skobtsova, Nikolaus von Myra, Dimitrij Klepnin
Heilige Maria Skobtsova, Nikolaus von Myra, Dimitrij Klepnin
Heiliger Neo-Märtyrer-Priester Dimitrij Klepnin
Heiliger Neo-Märtyrer-Priester Dimitrij Klepnin
Heilige Neo-Märtyrer von Paris: heiliger Priester- Märtyrer Dimitrij Klepnin, heilie Märtyrer-Nonne Maria Skobsova, heiliger Neomärtyerer Lektor Georgij Skobsov, heiliger Neomärtyerer Ilja Fondaminskij
Heilige Neo-Märtyrer von Paris: heiliger Priester- Märtyrer Dimitrij Klepnin, heilie Märtyrer-Nonne Maria Skobsova, heiliger Neomärtyerer Lektor Georgij Skobsov, heiliger Neomärtyerer Ilja Fondaminskij
Heilige Neo-Märtyrer von Paris: heiliger Priester- Märtyrer Dimitrij Klepnin, heilie Märtyrer-Nonne Maria Skobsova, heiliger Neomärtyerer Lektor Georgij Skobsov, heiliger Neomärtyerer Ilja Fondaminskij
Heilige Neo-Märtyrer von Paris: heiliger Priester- Märtyrer Dimitrij Klepnin, heilie Märtyrer-Nonne Maria Skobsova, heiliger Neomärtyerer Lektor Georgij Skobsov, heiliger Neomärtyerer Ilja Fondaminskij

 

Stuttgart - Gemeinde zu Ehren des heiligen und rechtgläubigen Fürsten Alexander Nevskij

 

Adresse:
Kapelle im Pragriedhof
Friedhofstrasse 44
70191 Stuttgart

 

E-Mail: johannes-kassberger@t-online.de

Web Seite: http://www.orthodoxe-kirche-stuttgart.de

Klerus: Erzpriester Johannes Kaßberger

Liturgiesprache: Kirchenslawisch und Deutsch

 

Kirche des heiligen Martin von Tors in Balingen
Kirche des heiligen Martin von Tors in Balingen

 

Balingen - Gemeinde zu Ehren des   heiligen Martin von Tours

 

 

Adresse:
Siechenkapelle
Tübinger Str. 48
72336 Balingen

 

E-Mail:info@orthodoxe-kirche-balingen.de

Web Seite: www.orthodoxe-kirche-balingen.de

Klerus: Erzpriester Michael Buk
                Diakon Thomas Zmija

Liturgiesprache: Deutsch

 

 

Albstadt - Gemeinde zu Ehren des heiligen Sergius von Radonesch

 

Adresse:
Schloßstrasse 42
72461 Albstadt

 

E-Mail:info@orthodoxe-kirche-albstadt.de

Web Seite: www.orthodoxe-kirche-albstadt.de

Klerus: Erzpriester Michael Buk

Liturgiesprache: Deutsch